dies und das

                     (…typisches Schifferklavier – in der Tiefe der Schleuse von Réchicourt…)

 

Da wäre mal dies (Schleusenlatein):

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A propos Uebersetzungen: gestern gabs ein feines Netz vom Ochs – so stands in der „Speisen-Karte in Deutsch“. Auf der französischen Karte hiess das Ding „filet de boeuf“. Gibt’s hier wohl Frühdeutsch? Es erinnert uns jedenfalls heftig an unser gutes Frühfranzösisch (oeuf oeuf, que lac-je – oder so…). Aber eigentlich kommt man im Nordosten der douce France mit Frallemand bestens durch – und sonst versucht man sich halt in Français (sofern es nicht grad die Version „fédéral“ ist).

A propos boeuf:

da gibt es ein  schönes Holzbänkli, romantisch gelegen, nahe der Feuerstelle am Waldrand, unweit des Kanals. Geneigte Benutzer haben sich hier mit einem Hegel im Holz verewigt:  „boeuf + boeuve“ .

Boeuf wäre ja noch zu übersetzen – aber was ist denn boeuve? Langenscheidt weiss es auch nicht. Hoffentlich weiss es wenigstens der schnitzfertige Büffel.

   

   

Offenbar wirkt so Zeugs ansteckend: Ganz in der Nähe hat ein anderes Paar (wohl von ennet dem Bach) sein Revier in Holz markiert: „HAASILEIN + GOCKEL“ heisst hier die Inschrift.
Hundetrails sind doch immer wieder für Entdeckungen gut!

A propos In- und Aufschriften:

Was meinen die bloss, wenn sie auf den Weinbehälter draufschreiben:
„à recycler après usage“?

Und was schliesse ich aus den Aufschriften auf der Speisesalzdose:
„Jura Sel, Schweizer Salinen, Salz aus Deutschland“
und:
„schmeckt wie Speisesalz und kann wie solches verwendet werden“
??

Und noch etwas Schleusenarithmetik:

Was man bei den Helvètes ganz banal als écluse septantesix bezeichnen würde, benötigt in der Grande Nation Grundkenntnisse im Rechnen: écluse soixante-seize heisst das in richtigem Französisch – und erfordert neben Sprach- also auch noch Kenntnisse im Addieren (nicht auszudenken, wenn es die 98 (nonantehuit) wäre – also „richtig“ quatrevingt-dix-huit – da käme zum Addieren auch noch Multiplizieren und nochmals Addieren hinzu – rechne!).

 

Und dann das (Jägerlatein):

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Beim Hubertus – ils sont fous, les Gaulois!
emel die chasseurs – es ist Jagdzeit!

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Sogar die Schleusenhäuschen kriegen das zu spüren (die legen sich nicht gleich beim ersten Schuss hin – dann gibt’s halt mehrere draufgebrannt)!

Der VNF-Mann und Amateur-chasseur erzählt uns von seiner Hirschjagd am Wochenende –  mit Pfeil und Bogen! Das ist der neue challenge – mit gründlicher Ausbildung und behördlicher Approbation selbstverständlich! Und die nächste Herausforderung? Wohl mit der Streitaxt hinter den wilden Sauen her! Obelix lässt grüssen!

Vorderhand knallts aber noch…

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… und die Patia ist nicht mehr unter dem Tisch hervorzulocken.
Und wir fragen uns, ob wohl die Schwimmwesten (die groben, schweren, roten – die, die einen bei bestimmungsgemässem Gebrauch nachhaltig unter Wasser ziehen) wenigstens Schrot abhalten würden.

 

Weiter auch das noch:

Der conseil communal de Chaumousey (Vosges) hatte seinerzeit verfügt, dass an seinem Kanalufer höchstens eine Stunde (1H00) angehalten werden dürfe.
Dem boulanger wars wohl recht so, dem garçon im Café du Commerce (früher Brasserie des Artistes, Bar – Glacier – Salon de Thé) an der Place de la République, Ecke Avenue Général de Gaulle – und den Schiffern – sicher weniger. So fehlte eines Tages die Beschränkung auf der Tafel.

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Ein kompromissfreudiger Mitbürger hat sich im Sommer 2013 der Leere erbarmt und seinen Vorschlag zur Güte handschriftlich verewigt.

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Entlang der voies navigables möchte man sich die Gegend reinlich erhalten. Diese einsame Ein-Mann/Frau Kabine am Rande der LGV (Ligne Grande Vitesse) entlang des Canal de la Marne au Rhin kann beiden dienen – TGV-Passagieren (via eigens aufgeschütteter Rampe) oder Schiffsbesatzungen bei einem Pinkelhalt unterwegs (Hochfelden).

 

Andere versuchen es auf ihre andere Weise (Scey sur Saône):

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oder dann grad so:

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eine echte Alternative wäre da:

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Das wollen wir doch sehr hoffen!

Und zu hoffen wäre auch, dass man hier wieder mal die Hecken schneidet!

 

Einville (au Jard) besticht durch seine schlichte Gebrauchsgrafik:

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Die beiden ersten Logos haben sich inzwischen wohl international durchgesetzt.

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Unter der Douche Publique können wir uns (auch dank der eindeutigen Wort-Beschriftung) ebenfalls etwas vorstellen (was allerdings noch nie zu einem Besuch bzw zur Benutzung derselbigen geführt hätte – wir sind stets ungewaschen weitergefahren).

Ob das letzte der vier Symbole eher auf eine Friedhofgärtnerei oder auf eine Eisdiele hinweist, konnte man uns auch vor Ort bis heute noch nicht erklären.

 

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Wie viel klarer ist da doch das geschriebene Wort!

Oder eine eindeutige Ortsbezeichnung:

Mit Europakarte, Massstab und Lineal (oder bloss Zirkel) findet man sich hier unweigerlich in Herbitzheim! (Andernfalls ungeniert die Hilfe der éclusière 21 in Anspruch nehmen, in deren Sprengel die Beschilderung angebracht ist!)

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Ob das wohl die Kanalversion von „ein Fuss für das Schiff, ein Fuss für Dich“ ist?
Oder kennen wir bloss die einschlägigen Vorschriften, wonach stets mindestens ein Besatzungsmitglied das Schiff zu Fuss auf dem Treidelpfad zu begleiten hat, einfach noch nicht?
Das „Règlement général de police de la Navigation intérieure“, das vorschriftsgemäss stets lesebereit an Bord von Le Roi BABAR (im Sinne der Legaldefinition einer „construction flottante destinée principalement à la navigation intérieure“) aufliegt, hilft auf all seinen 200 Seiten nicht weiter.

 

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Und die Lebensmittelversorgung entlang der Kanäle ist mittlerweile so prekär geworden, dass bereits vor noch existierenden tout commerces gewarnt wird…

Und offenbar bleibt auch das Biersportcafé (oder das Café für Sportbier?) in Sarralbe längerfristig geschlossen!

Und sonst noch:

Wir nutzen ja gern die oftmals gut ausgebauten Abfall-Triagestellen in den Häfen – sind aber offensichtlich die Einzigen, die eine Triage versuchen:  in allen Sortierbehältern findet sich Alles – also Glas, Karton, Metall, Papier, Plastic – in jedem Kübel in etwa das gleiche bunte Gemisch. Keine Spur von „triagiert“.

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Auf jedem dieser Kübel klebt aber auch stets eine der vielen Varianten der extrem wortreichen und komplizierten (und darum sicher noch nie von jemandem gelesenen, geschweige denn verstandenen) Gesamt-Gebrauchsanleitungen, was wie wohin zu sortieren wäre….
Es wäre ja allzu simpel, einfach jeden Behälter mit dem anzuschreiben, was da rein sollte.

Noch besser als Wegwerfen ist Aufbewahren – das führt dann zu den selbstversorgenden, schwimmenden Kräutergärten von Niderviller:

Und weiter zum Thema „Reinlichkeit und Entsorgung“:

Kommen sich andere eigentlich auch öfters schlecht vor, des morgens in der Früh, wenn sie – wie wir – es wieder einmal unterlassen, dem Schiff den Rücken zu schrubben, das Dach zu scheuern, die Wände zu fegen, es auf Hochglanz zu polieren? Eben so, wie das reinliche Schiffer am Morgen im Hafen gemeinhin zu zelebrieren pflegen…

Ich frage mich dann jeweilen, wie all die reinlichen Schiffer sich anschliessend ihrerseits vorkommen, wenn sie ihre Sch……warzwassertanks in den Kanal rund ums Schiff (und auch rund um alle anderen Schiffe) rauspumpen…

Themawechsel:

Im Kapitel „früher (und heute …)“ ist ein Text über die „Ligne Maginot aquatique“  – teilweise zu erkunden neben dem Saarkanal – eingefügt.
Auch am Canal de la Marne au Rhin gibts aber historisch Interessantes zu sehen:

Nahe der Strasse Nancy – Lunéville steht dieses eindrückliche Denkmal:

 

…tourelle à 3 mitraillettes surélevées, surveillant le pont traversant le ruisselet Sânon entre Nancy et Lunéville au lieu-dit „la petite saline“, chemin de la Guinguette, au dessus de la Place des Fêtes de Sommerviller.
Camouflage en peinture verte foncée.
Spécialité: balcon (à l’abri du côté ennemi) de décollage et d’atterrissage pour pigeons voyageurs.

Bleiben wir noch etwas bei der  Geschichte: in historisch bedeutsamer Gegend zwischen Lützelburg und Zabern ziert eine vielsagende Inschrift ein Haus im Tal der Zorn. Sie erinnert an ein denkwürdiges Ereignis im frühen 19. Jahrhundert:

Ici, le 17 mai 1826, il ne se passa strictement rien!

Wer hätte das gedacht – man lernt doch immer wieder dazu, wenn man offenen Auges durch die Landschaft fährt.

Zurück zur Gegenwart:

Erstaunlich, wie viele Fliegende Holländer Europas Binnengewässer unsicher machen! Blüht da etwa neben dem Fischer- auch das Schifferlatein?

Da stösst eines schönen Abends am Steg nach der Schleuse 16 auf dem Saarkanal ein solcher Holländer (oder ist Lin-Ssen etwa ein Chinese?) grad nach Schleusenschluss zu uns – am „selben Morgen“ ist er in Lützelburg beim ersten Schleusenlicht gestartet („wie üblich“, sagt uns der sportliche Schiffer). Das wären dann 10 Fahrstunden für die 57 Kanal-km und die 21 Schleusen – inkl Schiffshebewerk – sowie zwei lange Tunnels.

Nehmen wir mal an, alle Schleusen haben grad auf ihn gewartet und waren einfahrbereit – auch der Lift in Arzviller. Und keine war defekt oder grad ausser Betrieb (wer hat da gelacht?!). Und auch am Tunnel hat das Grünlicht schon gewartet.

Und nehmen wir auch mal an, im Schnitt brauchte er 20 Minuten pro Schleuse (zugegeben, es könnten auch nur 19 gewesen sein). Dann bleiben ihm für die ganze Strecke noch 3 effektive Fahrstunden – mit einem stolzen Schnitt von 19 km/h (auch in den beiden Tunnels drin, natürlich).
Glaub der Teufel, dass die Kanalufer in so jämmerlichem Zustand sind – bei dem Wellenschlag!
Die gesetzliche Höchstgeschwindigkeit beträgt bekanntlich 8 km/h – aber machen wir uns keine Gedanken über solchen Kleinkram! Fliegende Holländer sieht man ja unterwegs eigentlich nie – vaisseaux fantômes eben – wohl aber dann abends am Steg, beim Apéro!

Oder doch?!?:

Fahrten auf nordwärts ausgerichteten Gewässern, wie etwa dem Saarkanal, haben es in der Ferienzeit in sich!

 

Da sind Freundschaftstreffen unterwegs unausweichlich – im wahrsten Sinne des Wortes. Und dies natürlich immer an den engsten Stellen: Dreistöcker, querschlank (Typ Monte Carlo haute mer, grand luxe, édition spéciale),  von ennet dem grossen Bach und auf Heimatkurs, mit beiden Gashebeln flach auf dem Tisch (und mit einer Bugwelle, die Fontänen über uns niedergehen lässt), die sich genau in der Kanalmitte austoben, ohne alle Anzeichen, auch nur ein bischen nach rechts ausweichen zu wollen – wer ist man denn?!
Fahrer: Typ Wotan (oder Trump – me first!?!), querschlank, mit einem Grinsen*, fast so breit wie der Hintern, der Denkschädel allerdings gegenüber dem Fressschädel deutlich schwächer entwickelt…
Beifahrerin: Typ Brunhilde, querschlank, mit einem Grinsen*, fast so breit wie der Hintern, der Denkschädel … siehe oben!

* (NB: „Grinsen“ wird entwicklungsgeschichtlich streng vom Lachen unterschieden – es stellt Aggressivität zur Schau – Zähne zeigen eben…)

Sich ins Uferschilf verdrücken, ist da die einzige vernünftige Variante – nach dem Walkyrenritt steht der bescheidene kleine „König“ BABAR dann jeweilen quer zum Kanal, mitten im tobenden Heckwasser des vorbeigerauschten Sturms, und die verdatterte Crew bemüht sich mit vereinigten Kräften, die wild stampfende Barke wieder in Fahrtrichtung auszurichten und die Küchenschubladen wieder in die Schränke zurückzuschieben.

Wie nennt man das doch dort drüben? „Seemannschaft“ oder so?

Und was sagt der geneigte Franzose in einem solchen Fall?
gros cul?, oder face de fesse?, oder tête de cul?, oder connasse?, oder connard? oder doch eher pétasse?
Oder ganz einfach morbleu!, oder sapristi!, oder sacrebleu!, oder einfach pouah!, oder zut!, oder bloss ça alors!?
Wir wollen dem noch nachgehen!

Wie angenehm sind da doch die Mitfahrer auf den Kanälen weiter im Süden!
Oder auf diesen hier im Norden – wenn nicht grad Ferienzeit ist!

… frägt man uns dann in Sarreguemines – nein, eigentlich nicht!

 

Und dann halt doch noch etwas Fischerlatein:CMR.15-09.6.005

Sonntagsfischerei (compétition de pêche…) in Dombasle.
Est-ce qu’ils mordent? “  erkundigen wir uns höflich beim vorsichtigen Vorbeifahren.
Il n’y-en-a pas!“ tönt es eher missmutig zurück.

Und schliesslich:

Zum Standardwetter der BABAR-Saison gehört das bordeigene Grünzeug:

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Das spriesst unten an der Badeleiter – die in dieser Saison nie bewegt worden ist und  der Flora einen idealen Standplatz geboten hat, an den die hungrigen Viecher nicht rankönnen – glaub der Teufel, gibt’s nichts zu fischen! 

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