2019

Am 26. März 2019 sehen wir uns – noch im Hangar – die vielen Winterarbeiten an, die (nebst dem Austausch der Starter- und sämtlicher Bordnetzbatterien) schwergewichtig von Maler und Schreiner durchgeführt worden sind, und die hoffentlich (!) zu wetterfesten Fenstern und ebensolchem Steuerhaus beitragen!

Nebenbemerkung: Ob’s denn nun dicht sei, fragt man mich im April bei der Ankunft im Hafen. Ich weiss es noch nicht, ich war ja noch nicht unterwegs, meine ich (ein Optimist ist ja schliesslich auch bloss ein schlecht informierter Pessimist).
Ob ich’s denn nicht glaube? Wieso?? (Greise glauben alles, Junge wissen alles, Männer bezweifeln alles,  meint Oscar Wilde.)
Uebrigens: mittlerweile wissen wir es – es ist immer noch nicht dicht. (Wäre ja auch völlig neu!)

 

Am gleichen Tag  geht die BABAR an den Kran und ins Wasser, sie wird ausgewintert, eingeräumt und gereinigt .

Die Testfahrt zum Altmühlehafen bestätigt den Verdacht – die Ruderlagenanzeige hat über den Winter ihren Geist aufgegeben. Es ist schon seltsam – da fährt man 30 Jahre problemlos ohne jede Ruderlagenanzeige Schiff – dann 10 Jahre mit – und schon geht’s nicht mehr ohne…

Am 15. April beginnt die Frühlingsfahrt, die – fast schon traditionellerweise – an die Saar führt. Mit reparierter Ruderlagenanzeige – besten Dank an die Mechaniker!

Zur Besatzung gehört immer noch Patia – die mittlerweile ein gesetztes Alter erreicht hat und unter ähnlichen Beschwerden leidet, wie die menschliche Besatzung. Aber selbstverständlich gehört auch sie nach wie vor zur Stammcrew!

Zuerst fahren wir mal nach Lagarde, um die Dieselvorräte zu ergänzen.

Am Steg von Xouaxange hat’s noch viel Platz für die erste Nacht – offenbar ziehen es viele Böötler vor, trotzdem zu nageln, was rundum eifrig getan wird.

Der zweite Fahrtag bringt uns gemütlich bis Réchicourt und dort ganz ohne Wartezeit den Lift runter.

Der neue Anleger „unten“ ist bei Regenwetter immer speziell schmutzig – trotzdem legen wir dort an, und bleiben für die Nacht (fast) allein: oben am Waldrand wühlt nachts eine Wildsau im Dreck und lässt sich durch den Hundespaziergang und grelle LED-Taschenlampen nicht stören – und wir vermeiden geflissentlich den direkten Weg dort vorbei….

 

Der nächste Tag bringt uns bei akzeptablem Wetter und wenig Verkehr nach Lagarde. Platz hat es genug im Hafen, und das Restaurant hat abends sogar geöffnet – für ganze 4 Personen. Die Saison beginnt erst…

Immerhin kreuzen wir erstmals in diesem Jahr die Princess – ein Hotelschiff, das zwischen Saverne und Nancy verkehrt.

 

Am gegenüberliegenden Ufer wird gebaut – der neue Radweg Nancy – Strassburg ist am Entstehen. Die Baustelle verhindert nachhaltig alle Versuche, mit dem Hund irgendwo ins Grüne zu kommen, und dies nicht nur entlang dem eigentlichen Hafen, sondern gleich auch auf dem Treidelpfad oberhalb und unterhalb des Hafens. Lagarde ist zurzeit also gar kein geeigneter Ort für Hundetrips…

Am frühen Vormittag gibt’s eine Ladung Diesel mit auf den Weg. Die Mechaniker sind etwas gestresst: heute und morgen (Karfreitag) sollen etwa 30 Charterboote übergeben werden – der erste Höhepunkt der neuen Saison…

Die Rückfahrt nach Réchicourt ist eine Frühlings- und Blustfahrt – und (noch) verkehrsfrei.

 

In Réchicourt sind wir das einzige bergwärts fahrende Boot und werden sofort und allein hochgeschleust. Kein Wunder: oben warten sechs Boote auf die Talfahrt – Abgabetermin in Lagarde…

Bei der Schleuseneinfahrt ramponiert irgendein «fester Gegenstand» das Bugstrahlruder – ab jetzt rattert und rüttelt es beim Linkskorrigieren…..

 

Mittagspause gibt’s an einem alten Steinpoller im Wald, dann geht die Fahrt zügig weiter Richtung Saarkanal.

 

Mitte Nachmittag erreichen wir unser Tagesziel – Albeschaux.

Dort verbringt noch ein weiteres Boot die Nacht – allerdings verschmäht auch hier die Besatzung die reichlich vorhandenen leeren Poller und nagelt. Erleben wir einen neuen Trend?

  

Das Wetter erlaubt den ersten Grillabend der Saison bei (fast) Vollmond.
Im nahegelegenen Parc Animalier heulen die Wölfe. Patia hört offensichtlich nicht mehr  so gut. Sie macht es sich bequem (?) und ein alter Bekannter kreist hier auch immer noch über Wald und Wasser – der weisse Wespenbussard.

Die 12 Schleusen nach Mittersheim nehmen wir am Karfreitag, 19. April in Angriff. Wir schaffen die Fahrt in guten 3 ½ Stunden – zwar unterstützt uns die VNF (dank Schleusenkameras in der Zentrale bei Schleuse 1 immer bestens im Bild…) freundlicherweise mit frühzeitigem Schleusenfüllen bei unserer Annäherung, im Gegenzug bremsen uns dann Schweizer Charterer unfreundlicherweise mit Schleusentorschliessen grad vor der Nase wieder aus…

 

Dafür erwartet uns an Schleuse 7 ein freundliches Empfangskomitee…

 

In Mittersheim möchten wir eigentlich gerne noch etwas einkaufen, doch gibt es (erwartungsgemäss) seit der neuen Anlege-Regelung keinen vernünftigen Platz für uns zum Verweilen. Zudem ist der tout commerces am Karfreitag geschlossen – und nicht einmal für ein Dessert in der Hafenbeiz reicht es: dort hat es zwar viel Volk, aber es werden nur Getränke serviert –  man will eigentlich erst am 1. Mai öffnen.

Also weiter zum Anleger bei der Schleuse 16….

Hier sitzen schon ein paar Fischer, aber es gibt noch mehr als genug Platz für ein Schiff. Und nachdem Bäume und Sträucher im Winter gehörig zurückgestutzt worden sind, ist es jetzt an beiden Enden des Stegs ebenso hell wie sauber wie übersichtlich!

 

Und genügend (sogar viel) Platz gibt es für uns am Abend auch noch im Restaurant am gegenüberliegenden Ufer.

 

An diesem Steg ist es (einmal mehr) so schön (nicht nur wegen der Vollmondnacht) und geruhsam, dass wir gleich noch einen Ruhetag zugeben und bleiben. Es herrscht Prachtswetter, die Patia schläft und schläft und schläft – dann trifft sie im dichten Gras auf eine Erdkröte, interessiert sich für das seltsame Ding und springt entsetzt weg, als sie von ihrem giftigen Schleim erwischt. Zunächst sieht das Ganze bedrohlich aus: Husten, Schaum im und vor dem Mund, Keuchen – nach ein paar Minuten legt sich die Hektik wieder und es geht im alten Text weiter: Schlafen. Wir erledigen ein paar Aufräumarbeiten und bleiben den ganzen Tag am Steg allein (bloss im „Hinterland“ haben sich neben den hier längst etablierten Fischern drei Camper eingerichtet – der Platz wird offenbar bekannt….).

 

  

Heute abend ist das Restaurant praktisch voll.
(Warum putzen sich eigentlich nur die Mädchen zum Ausgehen heraus, während die jungen Männer offenbar glauben, ungewaschene T-Shirts und Jeans trügen massgeblich zu ihrer männlichen Unwiderstehlichkeit bei?)

Neben den vielen Störchen, die wir heuer antreffen, fallen auch die vielen Nachtigallen auf – sie allerdings akustisch, vor die Kamera sind sie kaum zu bekommen…

Und auffällig sind heuer auch die vielen Grillen, die sich in eher südlichem Tonfall und südlicher Lautstärke bemerkbar machen…

An Ostern, 21. April setzen wir unsere Fahrt durch österliche Landschaften und bei bestem Frühlingswetter fort…

 

… und fahren bei heftigem Seitenwind weiter Richtung Sarralbe. Insbesondere bei der Schleuse von Bissert wird das Schiff vom Querwind derart weggedrückt, dass die Einfahrt ins Schleusenbecken etwas dauert…

Denen da oben scheint das durchaus zu gefallen!

  

Vor Sarralbe driften wir im heftigen Querwind auf dem Aquaedukt über die Albe, und dann ins Hafenbecken und finden den Hafen völlig leer vor. Der Wunschplatz steht also zur Verfügung.

Das Wetter bietet sich erneut für einen Grillabend an.

Am Ostermontag geht es bei weiterhin bestem Wetter und starkem Wind weiter Richtung Zetting.

 

 

Die blühende Natur (und der  zum Durchspülen fehlende Verkehr) führen zu einer zweiten Blütenpracht auf dem Kanalwasser (ja – und dann halt auch im Kühlwasserfilter…).

     

 Der Abend in Zetting ist wiederum angenehm warm und so kommt erneut der Grill zum Zug.

Und es geht wie gewohnt animalisch zu und her:
Diverse Dorfschöne führen ihre Kampfhunde entlang des Treidelwegs aus. Ist hier denn die Gegend so gefährlich oder sind es bloss die Hunde?
Eine Weitere ist mit Hundeviechern in der Grösse von Ponies auf dem Radweg unterwegs – dafür aber gleich zweien davon. Sie bemüht sich redlich, die Kontrolle über die Leinen zu behalten. Wenn die Biester den hier öfters zirkulierenden Waldhasen in die Nase bekommen und durchstarten sollten, lernt die Blondine blitzartig fliegen – tief.  Die Kontrolle über die Hinterlassenschaften der Hundeli versucht sie gar nicht erst zu erlangen (vielleicht sind hierzulande auch einfach keine geeigneten Behältnisse des Typs Robidog Super-XXL zu bekommen?) – auch hier tippt der geneigte Radler beim Umfahren eher auf „Pferd“ als auf Hund…
Am gegenüberliegenden Hang zeigen sich glücklicherweise auch noch, wie hier üblich und doch wesentlich sympathischer, Reh und Fuchs.

Am Dienstag, 23. April fahren wir weiter nach Sarreguemines. Auch hier ist unser Stammplatz noch frei und wird auch gleich ein weiteres Mal von uns belegt. Entgegen allen Erwartungen stossen im Lauf des Tages dann noch drei weitere Boote zu uns – so viele haben wir hier seit Jahren nicht mehr gesehen…

Den schönen neuen Supermarkt, den wir vor einem Jahr gleich gegenüber dem Hafen angetroffen haben, gibt es bereits wieder nicht mehr.
Das Tourist Office, wo wir immer mal vorbeischauen, ist aber noch vorhanden, wenn auch an neuem Standort, und führt immer noch eine reiche Auswahl an Produkten aus und mit Mirabellen und vielem anderem mehr.

Und die brasserie du Casino schliesslich steht nach wie vor am gleichen Ort und ist auch immer noch ein Nachtessen wert!

Der 24. April ist erst einmal Einkaufstag – wie gewohnt bei Intermarché am Flussufer. Auch der hat seinen Standort gewechselt – glücklicherweise aber bloss um 200 Meter, so dass für uns „alles beim Alten“ blieben kann.

Bei gewittrigem Wetter folgt die kurze und problemlose Rückfahrt nach Zetting, wo diesmal das Wetter die Terrasse (und damit auch den Grill) unbenutzbar macht.

Auch diesmal bleiben wir für die Nacht allein am Steg.

Bei regnerischem Wetter ziehen wir am Donnerstag die Weiterfahrt in einen gut ausgerüsteten Hafen – also nach Sarralbe – vor.

In Wittring schliesst ein fröhlicher Mit-Böötler uns einmal mehr das Schleusentor direkt vor der Nase zu – was der Patia zu einem willkommenen Entlastungshalt verhilft.

 

Mittags sind wir bereits wieder in Sarralbe – am gleichen Platz und wieder ganz allein.

 

Von Dachterrasse kann bei Nieselregen keine Rede mehr sein.
Abends steckt ein Chip im Bordradio mit MP3-Kopien uralter Schallplatten. Da sang (unter vielen anderen) die Mahalia Jackson „in the upper room“ und es fehlte eigentlich nur „La Mer“ mit dem Trenet Charly….
Nicht nur Hunde werden alt.

Nächtens gibt es weiterhin etwas Regen ums (und ins) Schiff:  neben einem Seitenfenster rinnt nun auch das grad eben erst neu eingekittete Dachfenster erbärmlich. Toll!

 

Wir haben viel Zeit und das Wetter ist schlecht und der Hafen von Sarralbe ist gut und sauber und es hat Bäckereien – also schalten wir erneut einen Ruhetag für rücken- und alters- und wassergeplagte Böötler ein…
Viel Zeit also für den Versuch, breites Isolierband über die Schrauben am Dachfenster zu kleben und damit den Durchfluss des Wassers in den Griff zu bekommen.

Am Samstag folgt eine Fahrt bei regnerischem Wetter (und deshalb auf einer langen schleusenfreien Strecke zwischendurch mal im Steuerhaus) zur Schleuse 16.

 

Der Steg ist auch diesmal frei – und diesmal hat es auch keine Wohnwagen.  Ostern ist vorbei (und das gute Wetter auch…). Am Steg muss diesmal „sehr hoch oben“  zusätzlich gefendert werden – der Wasserstand liegt etwa 50 cm tiefer als vor 10 Tagen, und die Standardfender tauchen weit unter dem Steg durch ins Nichts….

 

Es folgt – jetzt bei deutlich besserem Wetter – nochmals ein Ruhetag und dann das Sonntagsznacht im gastlichen Haus gegenüber.

  

Am Montag, 29. April müsste laut Meteo der Sprühregen endgültig aufhören – ideal für die Schleusentreppe im obersten Teil des Saarkanals.

Wir fahren in Mittersheim durch und dann in rekordverdächtiger Zeit von knapp 3 Stunden bis Albeschaux hoch. Wiederum sind die meisten Schleusen bei unserer Ankunft bereits vorbereitet. Und Albeschaux ist noch leer – später stösst dann noch eine Pénichette zu uns.

Das Wetter steht inzwischen wieder auf Grill. Und am Kanalrand grast ein Reh – hier hat sich uns schon längere Zeit keins mehr gezeigt.

Unsere Planung hat sich bestens bewährt: bis zum ersten Mai (geschlossene Schleusen!) müssen wir den schleusenfreien Teil des Canal de la Marne au Rhin wieder erreicht haben. Also geht’s heute, am 30. April, noch die letzte Schleuse – die Nummer 1 des Saarkanals – hoch!

Das lässt sich perfekt bewerkstelligen, und bis zur Mittagspause sind wir zurück am (leeren) Steg von Xouaxange.

Die letzte kurze Strecke zurück nach Niderviller fahren wir am frühen Nachmittag.

Und dort sind wir am 1. Mai (unserem Aufräum- und Putztag) erwartungsgemäss in Gesellschaft zahlreicher Hängengebliebener (da dürfte am frühen Morgen des 2. Mai in Arzviller und in Réchicourt wohl ein Gedränge stattfinden!).

*****

Am 27. Juli reisen wir zur traditionellen (hundefreundlich – feuerwerksfreien) 1.August – Umfahrungsfahrt nach Niderviller und richten den Roi BABAR für eine Mini-Tour über einige Sommertage ein.
Das Dachfenster konnte seit Mai noch nicht ersetzt werden – trotz „Abdichtung“ mit Aluband tropft es am regnerischen Sonntag deshalb einmal mehr ins Fahrerhaus rein.

Für die gegenwärtige Ferienzeit ist es ungewohnt ruhig im Hafen – wir sind und bleiben fast die Einzigen.

Am 29. Juli verlassen wir den Hafen bei schönem und heissem Wetter Richtung Lützelburg.
Im Tunnel kommt erstmals – und erfolgreich – der neue mobile LED-Scheinwerfer zum Einsatz.

Unten am Hebewerk sind noch alle Liegeplätze – also auch unser traditioneller Ruheplatz – frei.
Im Laufe des Nachmittags werden Verkehr und Belegung dann immer dichter – Uebergabetag in Lützelburg und in Saverne einerseits, Rückgabetag in Hesse anderseits… .

…und ein Hotelschiff.

Wir bleiben drei sehr ruhige Tage und Nächte in Arzviller – Liegestuhl, Lektüre und draussen am Schatten liegen für Patia sind die Stichworte – bei vorerst viel Touristenverkehr und interessanten Beobachtungen:

zB (wie immer…): je jünger die Kapitäne, desto erstaunlicher die Fahrkünste – Kinder sind doch immer die besten Schiffs-Steuerleute (wer schon ein Auto steuern darf, tut das eben hartnäckig in gleicher Art und Weise, wenn das Steuer zu einem Schiff gehört….)!

oder zB (wie immer wieder bei diesem Vermieter): je grösser und je fremdsprachiger die Gesellschaft auf einem (oder zwei miteinanderfahrenden) Boot(en), desto zeitsparender und liederlicher die „Einführung“ durch den Vercharterer. Und somit: Autofahrer am Schiffssteuer, die nie etwas von einem Schiff und den Besonderheiten seiner Lenkung erfahren, und auch nie etwas von einem (durchaus vorhandenen!) Querruder bzw dessen Einsatz, und ganz allgemein nie etwas vom Minimum, das man vom Schifffahren etwa wissen müsste, bevor man (tonnenschwer – wie war das doch? Masse mal halbe Geschwindigkeit im Quadrat?) auf den wehrlosen Ferienverkehr losgelassen wird. Wozu gibt es denn Kaskoversicherungen!…

oder zB (wie regelmässig in dieser Region): je einheitlicher Anzug, Alter und Geschlecht der Besatzung, desto lauter ihr Auftritt und desto höher Fahrgeschwindigkeit, Bugwelle – und Bierkastendichte an Bord.

oder zB (wie öfter mal an Wochenenden): je mehr Personen unterschiedlicher Generationen auf einem Boot, desto dichter und unangenehmer der Verkehr filmender und fotografierender Quadrokopter über den Nachbarbooten (wann kommen endlich geeignete Störsender oder Abschussvorrichtungen in den Handel??).

Die ersten Morgennebel des kommenden Herbstes künden sich an.

Am 1. August ziehen wir weiter nach Lützelburg – hier dürften Abend und Nacht am ehesten feuerwerksfrei bleiben….

Bei unserer Ankunft gegen Mittag ist der Hafen zu unserer Ueberraschung leer. Wir legen deshalb gerne an bekanntem und erprobtem Ort im alten Stadthafen an, der sich dann allerdings gegen Abend doch noch füllt.

 

Auch hier gehört ein Hotelschiff zum Normalverkehr.

 

Unser geplanter Traditionsbesuch in der Bierstub d‘ Eselbahn muss entfallen – es gibt das Lokal nicht mehr….
Dann eben wieder Mahlzeiten auf dem Schiff und Einkäufe beim (immer noch bzw wieder existierenden) lokalen Gewerbe – und ein Festtagsbier vor dem Bar/Tabac. Es ist ja der 1. August – und der bleibt hier auch nachts sehr ruhig….

Die Rückfahrt zum traditionellen Anleger in Arzviller findet schon am 2. August statt.
Diesmal im Paket mit einem rüstigen Senior-Charter-Piloten, der seine  (grosse) Familie offensichtlich mit lautstarken Theorien über Schleusen-Hochfahren und noch lautstarkerem Einsatz aller möglichen Längs- und Querpropeller seines armen Schiffs während des Manövers (im Gegenzug schont er sein Tauwerk) beeindrucken möchte. Erfolg eher bescheiden.

Für die letzte Schleuse lässt er uns mal allein ziehen – vielen Dank!

Am Abend verweigert der Generator – den wir auf diesem Trip noch nie in Anspruch genommen haben – hartnäckig seinen Dienst.
Alles wird gecheckt oder gewechselt, was man unterwegs eben so kann: Impeller, Dieselfilter, Oelstand…. das Ding will nicht.
Schliesslich stellen wir fest, dass der interne Kühlkreislauf trocken liegt.
Ende der Versuche – Fortsetzung in Niderviller.

Also (erst recht) Rückfahrt nach Niderviller am Samstag, 3. August, und Nachfüllen des Generator-Kühlkreislaufs mit der blauen Kühlflüssigkeit aus der Kuhnle-Werkstatt – es fehlten etwa 4 Liter, also zwei Drittel des Volumens! Anschliessend intensive Probeläufe, um einen allfälligen Verlust feststellen zu können. Den gibt es allerdings (mindestens im Moment) nicht mehr – es zeigt sich nirgendwo ein Leck oder auslaufendes Kühlwasser.
Fortsetzung im September…

Parallel dazu Aufräumen, Reinigen und Packen für die Rückfahrt nach Hause, die am Montag, 5. August stattfindet.

*****

Fortsetzung also, wie geplant, am 3. September. Erste Feststellungen: Das Generatorkühlwasser ist noch voll drin – super! Und das undichte Dachfenster im Steuerhaus ist ausgewechselt – auch super! Getönt ist es auch – allerdings in Dichte und Farbe einer Tomatensuppe – so etwa nach dem Muster öffentlicher Toiletten….
Wir sitzen im Salon also im Trüben – dafür kommt die Sonne nicht mehr direkt rein. Ob das auch für den Regen gilt, werden die kommenden Tage zeigen.

Am Mittwoch, 4. September machen wir uns auf die erste Etappe, die bereits in Xouaxange endet – wir habens nicht eilig: es stehen Treffen mit anderen Booten bzw dero Besatzungen auf dem Programm, die erst am Wochenende stattfinden sollen.

  

Das Nachtessen findet wieder einmal auf der Terrasse des „Mesnil“ statt, traditionellerweise mit Menue Lorrain und Exotischem.

Den Abend des 5. September verbringen wir in Réchicourt.

Der schöne neue Anlegeplatz unten an der Schleuse ist bereits wieder zur Hälfte unbrauchbar – die Erosion hat Teile des Ufers weggespült und diverse Poller liegen mehr im Gras als dass sie dort stehen…

 
Zudem sind alle (alle!) neugepflanzten Bäume der Trockenheit zum Opfer gefallen (worden…).
„Einladend“ wäre anders…

Kurz vor Schleusenbetriebsschluss stösst hier die LE VAL DE SARRE (die die HAUT BARR abgelöst hat) mit unseren Freundinnen aus Deutschland zu uns. Gemeinsames Nachtessen und intensiver Erfahrungsaustausch auf der BABAR…

 

Am Freitag, 6. September fahren wir im Doppelpack nach Lagarde und legen dort wieder dicht nebeneinander an.

 

 

 

 

 

     

Das Nachtessen wird heute von der VAL DE SARRE her angeliefert – in der BABAR hat’s etwas mehr Platz zum um-den-Tisch-rum-sitzen.

Am Samstag, 7. September stösst gegen Mittag noch das TRUCKLI mit seiner Zürcher Crew vom Port Ste Marie herkommend zur Gesellschaft.

 

Der Apéro dient gleichzeitig der Besichtigung des „privatisierten“ Vetus-Bootes. Das Mittagessen mit Beteiligung aller drei Bordküchen findet wiederum dort statt, wo’s am geräumigsten ist.

Und zum Nachtessen trifft sich die ganze Gesellschaft im Hafenrestaurant PK 209.

(diverse Fotos D.ARTS und A.BUSCHMANN)

 

Am 8. September ziehen wir für einen Kuraufenthalt von 3 Tagen weiter zum ruhigen, naturnahen Anleger von Parroy.

 

 

  

 

Hier – bzw im nahen Waldgebiet Richtung Lunéville – hat (mindestens für die Hirsche) der Herbst bereits begonnen. Ihr Röhren dringt nachts bis zum Steg herüber. (Nimmt uns schon wunder, ob die im Bergell auch schon „soweit“ sind….)
(Hinweis des Redaktors: sie sind es erst einen knappen Monat später – sie leben ja auch mindestens 1700 m höher oben….)

       

Hier lernen wir auch die LENA und ihre Besatzung kennen. Die LENA ist ein wunderschönes altes Fährschiff vom Rhein.

 

Und hier absolvieren wir auch unsere immer wiederkehrenden bricolage- Stunden – diesmal mit Oelen des Steuerhaus-Holzes.

 

In der ganzen Region ist die Ernte (zB Sonnenblumen und Mais) in vollem Gang – die Maschinen arbeiten vom frühen Morgen bis in die Nacht hinein und die Transporter bestimmen das Bild auf den Landstrassen.

   

Den Aufenthalt unterbrechen wir am 10.September bloss für einen kurzen Versorgungsabstecher nach Einville.
Wir sind gespannt, wie sich der dortige Stadthafen im kommenden Jahr präsentieren wird – ganz offensichtlich sind Ausbaupläne in Bearbeitung….

Natürlich wurde im tout-commerce die Melone, auf die wir es abgesehen hatten, „grad vor einer Stunde“ verkauft. Dafür hat’s diesmal Mozzarella (der ging uns letztes Jahr „grad vor unserer Ankunft“ durch die Latten).

Grillzeug und Flüssiges liegt aber noch genügend in der BABAR. 

Am Mittwoch, 11. September fahren wir zurück nach Lagarde.


Der im Frühjahr hier im Bau gestandene Radweg Strassburg – Nancy auf dem alten Treidelpfad ist unterdessen fertiggestellt und die Strecke damit bis auf kleine Reststücke durchgängig.
Der Treibstoffvorrat wird ergänzt und das Nachtessen findet in der Hafenbeiz statt.

 

Am 12. September dürfen wir gemeinsam mit durchwegs missmutigen, offenbar eher überforderten und in der Vorgehensweise beim Schleusenfahren meist uneinigen älteren Charter-Paaren die diversen Schleusen bis Réchicourt durchdiskutieren bzw abarbeiten. Die BABAR bietet mit ihren 20 Tonnen da ein durchaus stabilisierendes Element….

Abends nutzen wir wieder einmal den Betonanleger vor Hesse zur sehr ruhigen Mondnacht…

 

… die sich zunächst mal etwa so ankündigt…

… und schliesslich zu respektabler Grösse auswächst!

Der 13. September dient in Niderviller dem Aufräumen und Retablieren und einem Abschiedsbesuch der Damen von der VAL DE SARRE (per Auto, weil ihr Boot mittlerweile wieder in Mittersheim liegt – aber was ändert das….).
Das Tannenheim liefert die Flammenkuchen zum Nachtessen über die Gasse.

Fertigputzen, Dichtmachen und Heimreise dann am Samstag, 14. September.

*****

Die Schlussrunde des Jahres beginnt am Sonntag, 6. Oktober.  Gleichzeitig beginnt eine mehrtägige Regenperiode….

Also viel Zeit für Gespräche im geräumigen Steuerhaus der BABAR (und im einen oder anderen gastlichen Haus der Umgebung) – und kaum Anlass für die an sich geplanten kleineren Fahrten in Nidervillers Umgebung.

Fast vollzählig hat sich wieder einmal unsere seit rund 30 Jahren bestehende „Stammbesatzung“ für Schiffahrten auf Europas Binnengewässern auf der BABAR versammelt, und natürlich kommt das Thema „weisch no“ immer wieder auf die Traktandenliste.

 

Gegen Ende der Woche zeigt sich dann auch die Sonne wieder einmal für ein paar schöne Herbsttage.

 

Und genau die haben wir auch gebraucht, um schliesslich all das Material noch trocken ins Schiff zu bringen und dort zu verstauen, das den Winter im Innern der BABAR verbringen soll (Möbel, Taue, Fender, …).

Am Dienstag, 15. Oktober wird Le Roi BABAR eingewintert und rausgekrant und erhält seinen Winterplatz am Trockenen (und was wir mittte April in Réchicourt vermutet haben, bestätigt sich jetzt: bei einem der Propeller des Bugstrahlers ist in der Tat eins der fünf Blätter weggebrochen….)

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