Spezifikationen – Technik – Besonderheiten

 Das Schiff Le Roi BABAR

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ist ein Stahlverdränger und wurde 2011 unter der Seriennummer 12617 gebaut. Seine Hüllennummer (HIN) = CE-Nr lautet DE-KTW 05017C198.

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Es ist in den alten Berner Farben bemalt.   150px-Fahne_Bern_Alt

 

Le Roi BABAR läuft unter einer Flaggenbestätigung für Kleinboote („kleiner Flaggenschein“) des Schweizerischen Seeschiffahrtsamts.

Sein Heimathafen ist deshalb Basel.

 

Das Schiff ist unter der Registernummer K 1612 eingetragen.

Le Roi BABAR ist mit Bordfunk ausgerüstet und verfügt über eine entsprechende Konzession des Bundesamts für Kommunikation (BAKOM).

 

Die Funkdaten von Le Roi BABAR lauten:
Rufzeichen:    HE7348
ATIS-Code:    9269057348

Le Roi BABAR ist grundsätzlich gemäss allgemeinem Werft-Standard für die entsprechenden Charterboote gebaut und ausgebaut.

Es gibt aber einige gewichtige Abweichungen von bzw Zusätze zu dieser Standardausrüstung. Auf sie wird im Folgenden hingewiesen.

Daten:

Rumpf                                            normalfester Schiffbaustahl

Länge                                            über alles: 13,1 m /  Wasserlinie: 12,8 m

Breite                                             3,9 m

Tiefgang                                        0,95 m

Durchfahrtshöhe                           3,15 m

Verdrängung                                 16,5 to

max Zuladung                               4 to

max zugelassene Personenzahl   12

Schlafplätze                                  6  (2 Doppel- und 2 Einzelbetten)

Trinkwassertanks                         2 x 650 l

Boiler                                            250 l

Schwarzwassertank                     1500 l

 

Motor:

Sole Diesel Mini 74                      65 PS / 47,9 kW
Motornummer                              20 60 62
Baujahr                                        2011

Motor.Bugseite unten

Motorsteuerung             mechanisch

Fernbedienung              ComfoDrive (elektrisch gesteuert)

Antrieb                           hydraulisch

Tankinhalt (Diesel)        630 l

Verbrauch                      ca 3,7 l/h (bei ca 1700 U/Min)

 

Propeller:

RADICE S8, 19 LH 16, vierblatt, Otman-Bronze

Nachdem der Originalpropeller der Werft  (oder eher Schaumschläger? Amerikaner würden von „fuel to foam converter“ sprechen…) den Motor regelmässig überdrehen liess (200 – 300 U/Min zu hoch gegenüber den Herstellervorgaben), wurde von der Firma Infanger Propeller AG in Stans im Jahr 2013 eine Beurteilung vorgenommen, ein adäquater Propeller gerechnet und geliefert.
Die früheren Geschwindigkeiten (km/h) werden damit durchwegs mit um 200-300 U/Min niedrigeren Drehzahlen erreicht, und die zulässige Maximaldrehzahl des Motors wird jetzt eingehalten.
Das heisst:
– die Leerlaufdrehzahl ist von 1200 U/Min auf 900 U/Min zurückgenommen worden, damit das Schiff im Hafen bei Standgas nicht „durchbrennt“!
– die Standarddrehzehl „unterwegs“ wird auf 1600 U/Min (bisher 1900 U/Min) reduziert, um die Maximalgeschwindigkeit (französische Kanäle) von 8 km/h nicht zu überschreiten.
Das alles hat selbstverständlich auch seine Auswirkungen auf den Treibstoffkonsum – er konnte um rund 25% reduziert werden!

Geschwindigkeit (nach GPS) bei Drehzahl :

U/Min km/h
1000 4,5
1100 5
1200 5,5
1300 6,0
1400 6,5
1500 7
1600 7,5
1700 7,5
1800 8
1900 8
2000 8,5
2100 8,5
2200 9
2300 9
2400 9,5
2500 10

 

Zum Schutz vor Mikroben im Treibstoff ist ein Permanentmagnetfilter / Dieselmikrobenfilter von VOLVO eingebaut worden.

An Stelle des üblichen Diesel-Grobfilters ist ein Feinfilter mit Wasserabscheider getreten, der wesentlich besser zugänglich und viel wartungs- und bedienungsfreundlicher ist.

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Hinter dem Impeller ist ein zusätzlicher Wasserfilter eingebaut worden, der nur dafür zu sorgen hat, dass bei einem Impellerdefekt keine Gummiteile in den Wärmetauscher gelangen können.

 

In der Küche von Le Roi BABAR wird nur Elektrizität, also kein Gas zum Kochen, Backen und Kühlen verwendet. An Bord finden sich folglich auch weder Gasflaschen noch Gas-Installationen.

Im Gegenzug

  • sind die Batterien entsprechend stärker dotiert
  • sind zwei Lichtmaschinen eingebaut (je eine für das Bordnetz und für die Starterbatterie)
  • ist ein Generator eingebaut.

Die Batterien:

1 Starterbatterie: 143 Ah
mit Solé-Lichtmaschine 110 A

5 Bordnetz-Batterien (AGM): mit je 220 Ah (= total 1’100 Ah)
mit (separater) BOSCH-Lichtmaschine 120 A

Der Generator GLS14SI von Vetus (Generator-Motor: Vetus M4.17) steht unten im Motorenraum, läuft unabhängig vom Antriebsmotor und liefert 11,2 kW bei 1500 U/Min.

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Bei einem Schiff, das von Elektrizität „lebt“, sind ein seriöses Elektrizitätsmanagement und eine Ueberwachung der Stromversorgung unabdingbar:

Das Victron System Quattro 12/5.000/2.000 und der Batteriemonitor (Bild unten rechts) bewähren sich dafür bestens!

victron.energy.Steuergerät.2 victron.energy.Steuergerät.1

victron.energy.Bedienteil Fahrstand.Elektroteil.(Hinweis)

Der Trenntransformator zum Landstromanschluss (Victron El Isolator, ITR3600/230V/16A) soll insbesondere mithelfen, den Stahl vor Elektrolyse zu schützen.

Gleichem Zweck dient die Optimierung der Anoden, nämlich andere (Magnesium statt Aluminium), grössere und mehr (11 statt 7) als die Standardversion des Schiffs aufweist.

Die Steuerhydraulik wurde etwas modifiziert: an Stelle der 6 1/2 Umdrehungen am Steuer braucht die BABAR nur 3 1/2 Drehungen von einem Anschlag zum anderen – das ergibt eine deutlich direktere Steuerung des Schiffs.

Le Roi BABAR verfügt über eine ComfoDrive – Kabel – Fernbedienung für das Gas und die beiden Querstrahlruder. Das Bedienteil erlaubt es, das Schiff von irgendeinem Standort auf dem Achterdeck aus mit elektrischen Steuerimpulsen präzis zu manövrieren (zB in engen Hafenverhältnissen oder beim Schleusen).

Zusätzlich zum Querstrahlruder vorn, dem Bugstrahler, der auch bei der Charterversion zum Standard gehört, verfügt Le Roi BABAR über ein Heckstrahlruder, welches das Manövrieren erleichtert und zB zusammen mit dem Bugstrahler das Drehen an Ort ermöglicht. Beide Querstrahler werden hydraulisch betrieben und verfügen über je 2 fünfblättrige Propeller.

babar.bugstrahler.002

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Der Führerstand innen ist gegenüber der Originalversion deutlich reichhaltiger ausgefallen – alle Spezialitäten brauchen ja ihre Schalter und Kontrollinstrumente.

Der Aussenfahrstand (Achterdeck) ist bei der Besatzung von Le Roi BABAR eindeutig der Hauptfahrstand – bei jedem Wetter!
Er ist deshalb ebenfalls üppiger als üblich ausgestattet:
– Für den Motor gibt es einen Abstell- und einen Starterknopf und natürlich die Störungs-Warnlampe und zudem einen Drehzahlanzeiger
– Für die Fernsteuerung gibt es einen Anschluss fürs Kabel sowie einen Not-Ausschaltknopf.
– Für die Steuerung gibt es die vier Knöpfe der beiden Querstrahlruder sowie einen Ruderlageanzeiger.
– Für die Energieversorgung gibt es nebst dem Landstrom-Stecker und der dazugehörigen Kontrolllampe je einen Stecker für
230 V und für 12 V.
– Es gibt einen Stecker für das Bedienteil des Schiffsfunks.
– Es gibt je einen Schalter für das Schiffshorn und für die Bugscheinwerfer.
– Und – last not least – gibt es das Anzeigegerät des Echolots.

Dachfahrstand.005

Le Roi BABAR verfügt über eine zusätzliche Bugreling, die – gerade bei älteren Semestern – für höhere Sicherheit sorgt und die optisch durchaus ins Gesamtbild des Schiffs integriert ist.

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Die Leiter am Heck, die zur Dachterrasse geführt hat, ist Ende 2015 durch eine Treppe ersetzt worden, die ein alters- und hundegerechtes Besteigen des Dachs von der Badeplattform aus erlaubt.

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Und die beiden sehr schmalen Seitentreppen, die vom Salon aus zur Dachterrasse führen, sind ebenfalls Ende 2015 auf bequeme 40 cm verbreitert worden.

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seitentreppen.03-16.006  seitentreppen.03-16.002

Die „Kettentore“ in der seitlichen Reling sind jeweilen durch Schiebestangen ersetzt worden.

Die Reling über den Doppel-Pollern beidseits in der Mitte des Schiffs kann seit 2014 jeweilen mit einer Schwenktüre geöffnet werden, um – beispielsweise bei hohen Schleusen – die Leinen frei führen zu können.

 

In die Reling der Dachterrasse wurde – ebenfalls Ende 2014 – zudem beidseits je eine weitere Schwenktüre eingebaut, um schwere Gegenstände direkt auf die Terrasse bringen zu können, wenn das Schiff seitlich angelegt liegt.

Dem gleichen Zweck dient ein kleiner, handbetriebener Kran, der bei beiden Seitentüren der Dachterrasse eingesetzt werden und ca 30 kg heben kann – das reicht auch für’s Elektrovelo.

Die Standard-Badeplattform ist eine ideale Wassersport-Startrampe, auch für bade- und schwimmfreudige Vierbeiner. Zurück auf’s Schiff ist dann allerdings das Problem von Herrchen – Hochspringen aus dem Wasser funktioniert nicht…
Als weltweites Unikat ist deshalb (schon für die ALLEGRA) die gegenüber der Badeleiter fest angebaute Hunde-Badeplattform konzipiert worden – selbstverständlich gibt es sie auch bei Le Roi BABAR wieder! Sie basiert auf früheren Erfahrungen mit einem mobilen Eigenkonstrukt, das in die Badeleiter eingehängt werden konnte und jahrelang auf unseren Booten auf dem Vierwaldstättersee zum Einsatz kam.


An Stelle der Badeleiter (die ja nicht gerade hundefreundlich ist) bietet sie dem Vierbeiner heruntergeklappt eine Platte, die ca 15 cm unter der Wasseroberfläche liegt, bequem angesteuert und bestiegen werden kann, und von der aus man ebenso bequem die verbleibenden 20 cm zur eigentlichen Badeplattform wieder hochsteigen kann (ja – dann nur noch schütteln und gleich wieder rein in’s Nass!).

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Auf dem Achterdeck und im Zentrum des Schiffes sind 6 zusätzliche Poller eingebaut worden:

Auf dem Achterdeck sind 4 davon installiert  (in der Originalausrüstung gibt’s da keine), die vor allem beim Schleusen sehr praktisch sind, wenn man allein oder zu zweit fährt und der Steuermann für das Heck verantwortlich ist.

Die beiden Poller im Mittelteil des Schiffs sind verdoppelt (2 nebeneinander) worden – hier ist die „Seildichte“ oftmals beträchtlich!

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Frontscheinwerfer sind für Tunnelfahrten unabdingbar – und es ist vorteilhaft, deren 2 (auf jeder Seite einen) installiert zu haben.

Die beiden Seitenscheinwerfer und der Heckscheinwerfer, alle drei jeweilen mit einem  Bewegungsmelder gekoppelt, bewähren sich bei Uebernachtungen ausserhalb beleuchteter Infrastrukturen in der dunkleren Jahreszeit bestens (vor allem, wenn der Bordhund am späten Abend oder am frühen Morgen ausgeführt werden will!).

Sie informieren zudem mit Licht, wenn sich nachts jemand dem Schiff nähert…

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Auf eine Alarmanlage wollte Patia im Gegenzug verzichten – sie erledigt das gerne selbst.

Um die Wirkung der Heizung zu optimieren, sind auf Le Roi BABAR  nur doppelkammerige und zudem ist in der Bugkabine ein zusätzlicher Heizkörper eingebaut worden.

Die ursprünglich eingebaute 5-kW-Heizung von Webasto vermochte dieses zusätzliche Volumen nicht genügend aufzuheizen. So musste sie denn nach den ersten zwei eher frostigen Herbst-Frühjahrs-Heizperioden gegen eine effizientere Webasto Thermo 90 ST Marineheizung mit 9 kW Leistung ausgewechselt werden, die sowohl Boilerwasser wie auch Radiatoren rasch und kräftig aufzuheizen vermag.
Der Boiler wird zudem durch den Kühlwasserkreislauf des Motors beheizt.
Damit kann bei diesem Schiff – bei Fahrt bzw laufendem Motor – die Motorenwärme via Boiler  und Wärmetauscher auch bei ausgeschalteter Heizung (aber eingeschalteter Umwälzpumpe) wirkungsvoll zum Heizen genutzt werden.

Das Trinkwasser wird durch die Wasserpumpe zum zusätzlich eingebauten Jabsco-Wasserfilter und dann erst ins Leitungsnetz gepumpt.

Le Roi BABAR verfügt über zwei Toiletten und Duschen. Die mechanischen (handbetriebenen) Toiletten sind durch elektrische Ausführungen ersetzt worden.

             

Und natürlich verfügt Le Roi BABAR über (mindestens) einen Schlafplatz für den Bordhund…

Im Heck von Le Roi BABAR ist eine Deckswaschpumpe eingebaut, welche Aussenwasser (aus dem Kanal bzw Fluss) für Reinigungszwecke aufs Schiffsdeck pumpt.

In der Zentralbilge wurde eine zusätzliche, direkt schaltbare Bilgenpumpe eingebaut, die Wasseransammlungen in der Bilge (aus welchen unergründlichen Quellen die auch immer wieder stammen mögen…) direkt in den Schwarzwassertank spediert.

Auch die Inneneinrichtung von Le Roi BABAR wurde gegenüber der Charterversion in vielen Punkten angepasst:

Im Salon / Steuerhaus ist der zweite Kühlschrank weggefallen (dafür steht ein doppelt so grosser in der Küche), ebenso weggefallen sind der grosse „Steuermannssessel“ (den sowieso nie jemand benutzt hätte – wir tragen hier auch keine Kapitänsmützen…) und der zu einem Bett umfunktionierbare Tisch (weil auf der BABAR dort ohnehin nie jemand schläft).
Damit ist der Raum etwas geräumiger geworden.

In der Bugkabine ist das seitliche Einzelbett durch eine Schreibtisch – Schrankkombination ersetzt worden. Die Original-Nasszelle ist unverändert geblieben.

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Das Heckteil ist klar „rechts-links“ gegliedert – die im Original querstehende (und den Heck – Ein- bzw Ausgang versperrende) Heckkabine ist  weggefallen:

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Auf der Backbordseite vorn findet sich eine Kabine mit Doppelbett, Schreibtisch und Schränken.

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Auf der Backbordseite hinten findet sich eine Gästekabine mit zwei Betten und Schränken.

 

Auf der Steuerbordseite im Heck finden sich vorn die Küche mit Spülbecken, Kühlschrank, Tiefkühler, Elektro-Keramikkochplatte und Herd, und natürlich mit Schränken und Schubladen, hinten Toilette/Dusche und Abstellraum/Garderobe.

Heck.Layout.003

Die Kücheneinrichtungen (Kühlschrank, Tiefkühler, Herd, Backofen) arbeiten mit elektrischer Energie. Die Geräte entsprechen deshalb auch „Haushaltstandard“.

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